Aug 13 2015

Erdüberlastungstag: Die Erde ist für dieses Jahr schon aufgebraucht

Am 13. August 2015 war in diesem Jahr der Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day), das heißt der Tag, an dem die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde bei unserem jetzigen Produktions- und Konsumverhalten für das gesamte Jahr verbraucht sind. Alles, was seitdem weltweit verbraucht wird, wächst nicht nach und kann auch nicht von der Erde kompensiert werden.

Der Erdüberlastungstag ist in den vergangenen zehn Jahren immer weiter nach vorn gerückt. Im Jahr 2000 waren die ökologischen Grenzen des Planeten erst am 1. Oktober erreicht gewesen. Wenn alle Länder so wirtschaften würden wie Deutschland, bräuchte es 2,6 Erden um den Bedarf an Rohstoffen, Ackerland, Wasser und Wald zu decken. Die Auswirkungen dieses übermäßigen Ressourcenverbrauchs spüren insbesondere die Menschen im globalen Süden schon heute deutlich. Sie sind vor allem betroffen von den Folgen Landübernutzung und Ressourcenausbeutung , die ihnen oftmals den Lebensunterhalt kosten, sowie von den Extremwetterereignissen, die Wüstenbildung , Verlust an Biodiversität und Klimawandel hervorrufen.

Ein zivilgesellschaftliches Aktionsbündnis fordert deshalb anlässlich des diesjährigen Erdüberlastungstags von der Bundesregierung Maßnahmen zur Senkung des Ressourcenverbrauchs. Sie muss verbindliche Aussagen machen, wie sie den absoluten Ressourcenverbrauch senken will. Hierfür muss sie die Fragen der Suffizienz auf die politische Tagesordnung setzen und ein Wirtschaften innerhalb der planetarischen Grenzen ermöglichen. Dem Bündnis gehören die Christliche Initiative Romero, PowerShift, Stop Mad Mining, Fairbindung, Bund jugend, Germanwatch, NABU-Jugend und das Inkota-Netzwerk an.

Das Global Footprint Network errechnet jedes Jahr, an welchem Tag die natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Hierfür wird der gesamte Bedarf an nutzbaren Ressourcen wie Wälder, Ackerland, Wasser und Lebewesen, die die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise brauchen, den biologischen Kapazitäten der Erde, Ressourcen aufzubauen und Abfälle sowie Emissionen aufzunehmen, gegenüber gestellt.

Quelle: Projekt "Deine Stimme gegen Armut - Entwicklung braucht Beteiligung"